Dammbruch, Slippery-Slope oder Schiefe Ebene Argument

Wenn wir das tun, dann öffnen wir die Büchse der Pandora.

Das Dammbruchargument, auch Slippery-Slope-Argument oder Argument der schiefen Ebene genannt, warnt davor, dass ein scheinbar harmloser Schritt oder eine auf den ersten Blick wünschenswerte Handlung zu einer Kette von Ereignissen führen kann. Deren Endpunkt wird als inakzeptabel oder gefährlich angesehen. Ist der Damm einmal gebrochen, lassen sich die Folgen nicht mehr aufhalten.

Anders formuliert: Eine Handlung, die für sich genommen akzeptabel erscheint, wird kritisiert, weil sie mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit eine Entwicklung in Gang setzt, die letztlich zu moralisch oder gesellschaftlich unerwünschten Konsequenzen führt. Eine moralische Handlung kann in einer leichten Abwandlung so in einer leichten Abwandlung zu einer unmoralischen Handlung werden.

Beispiel: Eine häufig in Gesellschaft und moralphilosophischer Literatur auftretende kausale Variante eines Dammbrucharguments gegen die Legalisierung von aktiver Sterbehilfe lautet: Die Legalisierung von aktiver Sterbehilfe, die auf einer autonomen Entscheidung der oder des Betroffenen beruht, wird wahrscheinlich dazu führen, dass sich in einigen Teilen der Bevölkerung und des medizinischen Personals die Erwartungshaltung herausbildet, dass schwerkranke, leidende Menschen in bestimmten Situationen aktive Sterbehilfe in Anspruch nehmen sollten.

Aufgrund einer solchen oder auch aufgrund einer lediglich von Betroffenen imaginierten Erwartungshaltung käme es dann in einigen Fällen zur Inanspruchnahme von aktiver Sterbehilfe auch durch solche Personen, die eigentlich weiterleben möchten. Das aber wäre moralisch inakzeptabel, sodass aktive Sterbehilfe nicht legalisiert werden sollte (Deutsches Referenzzentrum für Ethik, 2025).

Quelle

Deutsches Referenzzentrum für Ethik Universität Bonn: (www.drze.de; Zugriff 18.07.2025)